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WIE STEHT ES UM DIE STREUOBSTWIESEN? DIE GROSSE STREUOBSTUMFRAGE - TEIL 1

ERFAHRE HIER IM ERSTEN TEIL DER UMFRAGENERGEBNISSE, WIE DER ZUSTAND DER STREUOBSTBESTÄNDE IM REGIONALEN VERGLEICH EINGESCHÄTZT WIRD.

"Chancen und Herausforderungen in der Streuobstwirtschaft erkennen und aktuelle Entwicklungen verstehen" - mit diesem Motto haben wir, das Team von Organic Tools, die "Große Streuobstumfrage" erstellt. Im Zuge einer Kooperation mit der FH Oberösterreich wurden die Grundpfeiler für die Umfrage gesetzt. Das Konzept wurde im Anschluss von uns aufbereitet und als Online-Fragebogen verbreitet.


189

25:34 min

100%

Teilnehmende

durchschnittliche Zeit für das Ausfüllen

spannende Ergebnisse



WER HAT MITGEMACHT?

Insgesamt wurden bei unserer Umfrage 189 Personen befragt und haben im Zuge dessen ihre Meinungen und Erfahrungen rund um das Thema Streuobstwirtschaft geteilt.

All unsere befragten Personen kommen aus der Streuobstbranche. 87% aller Befragten bewirtschaften selbst eine Streuobstwiese und 53% der Befragten verarbeiten Streuobst. Einige teilnehmende Personen sind in mehreren Bereichen tätig, somit konnte viel spannendes Wissen und Meinungen aus verschiedenen Bereichen gesammelt werden.



GRAFIKEN



ALTERSZUSTAND IN DER REGION

Die Arbeit mit Bäumen ist ein Mehrgenerationenprojekt. Geerntet werden in der Regel die Früchte der Bäume, welche die letzte bzw. vorletzte Generation gepflanzt hat. Die Frage ist dabei, macht auch jede Generation bei diesem Projekt mit? Einerseits wird durch die Umfrage bestätigt, was wir oft in der Praxis hören - viele Bestände sind überaltert. Jungpflanzungen erfordern insbesondere in den Anfangsjahren eine intensive Pflegearbeit für den Aufbau einer vitalen Krone. Während, laut einer Studie in Niederösterreich, bei geförderten Pflanzaktionen häufig diese Pflegearbeit liegen bleibt, (MAURER, 2013), wird laut der vorliegenden Umfrage andererseits der Pflegezustand von Jungpflanzungen deutlich besser eingestuft als der Pflegezustand im Allgemeinen.


Alterszustand nach Bundesländer - AT & DE

Der Alterszustand wird tendenziell schlecht eingestuft, mit zum Teil deutlichen Unterschieden bei den Bundesländern - insbesondere Baden-Württemberg.

Diese Überalterung der Bäume geht tendenziell – besonders wenn diese mit mangelnden Pflegemaßnahmen einhergeht - mit einer höheren Krankheitsanfälligkeit und einer schlechteren Qualität der Früchte einher. Eine kontinuierliche Verjüngung ist dringend nötig wenn es zu einer Trendumkehr im Rückgang der Streuobstbestände kommen soll.



PFLEGEZUSTAND IN DER REGION

In den Kommentaren der Teilnehmer sticht das Thema „Pflege der Bestände“ immer wieder heraus. Die Probleme mit der Pflege umfassen Mistelbefall, zu wenig Angebot für Pflege, zu geringe Bezahlung für die Pflege und ungenügende Wirtschaftlichkeit.


"Durch den geringen Gewinn mit dem Erntegut zahlt sich die Investition in die Pflege nicht einmal aus."



Pflegezustand der Bestände nach Bundesländern - AT & DE



Betrachtet man Österreich und Deutschland gesamt, bewerten signifikant mehr als die Hälfte der Teilnehmer den Pflegezustand als schlecht.

Die genauere Aufgliederung der Ergebnisse nach Bundesländern bestätigt den Trend, der auch schon im Vergleich der Länder sichtbar wird. Der Pflegezustand in der Region wird als schlecht eingestuft. Nur etwas weniger als ein Drittel der befragten Personen empfindet den Zustand als gut.



PFLEGEZUSTAND DER JUNGPFLANZUNGEN / NEUPFLANZUNGEN IN DER REGION

Jungpflanzungen bzw. Neupflanzungen sind Bäume die frisch oder wenige Jahre zuvor gepflanzt wurden. In diesem Stadium ist die Pflege vor allem für den „Aufbau“ bzw. die „Erziehung“ der Bäume wichtig.


"Eine aktuelle Herausforderung ist meine jungen Bäume durchzubringen."



Pflegezustand der Jungpflanzungen nach Bundesland - AT & DE


Im Gegensatz zum allgemeinen Pflegezustand der Bäume, wird der Pflegezustand der Jungpflanzungen deutlich positiver eingeschätzt.


Obwohl die Tendenz bei Jungpflanzen positiv ausfällt, zeigt sichin Oberösterreich sowohl beim allgemeinen Pflegezustand (72% schlecht), als auch bei den Jungpflanzungen (42% schlecht) eine deutlich negativeres Gesamturteil des Pflegezustandes, verglichen mit den Vergleichs-Bundesländern.



FAZIT

Die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen ist eine Kulturform. Ohne Zutun des Menschen würden Streuobstbestände verbuschen und verwalden. Fehlt die Pflege und Kronenerziehung bei Jungbäumen, entwickeln diese keine tragfähigen und lichten Baumkronen. Ohne gekonnten Obstbaumschnitt leidet auch der Gesundheitszustand, die Qualität und Menge der Erträge.


Die Bestände sind überaltert, der Pflegezustand ist im Allgemeinen eher schlecht, eineTrendwende beim Rückgang der Streuobstbestände ist noch nicht in Sicht. Bei dem Mehrgenerationenprojekt Streuobst, hat vermutlich mindestens eine Generation ausgelassen. Auf den Schultern von Bewirtschaftenden lastet eine Mehrfachbelastung von der ohnehin aufwändigen Bewirtschaftung, dem "Nachholen" von Jungpflanzungen und der Pflege dieser Nachpflanzungen. Damit Streuobst eine Zukunft hat, müssen sie die Arbeit einer Generation aufholen. Dafür braucht es nicht nur Idealismus und gutes Werkzeug ;-) - sondern auch entsprechende Förderungen.


Ergebnisse zum Thema Förderungen bringen wir unter anderem im nächsten Teil der Auswertung hier im Journal.




Die nächsten Kapitel

Bei den nächsten Kapitel der Auswertung der Streuobstumfrage geht es um die Themen:

Obstpreis im Vergleich

Förderungen

Infrastruktur

Wissensaustausch



DOWNLOAD

Du möchtest nicht auf die nächsten Beiträge warten? Hier kannst Du den gesamten 37 Seiten starken Bericht mit allen Ergebnissen der Umfrage und zahlreichen Zitaten kostenlos downloaden:

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