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Eine besondere Maschine für eine

besondere Art der Landbewirtschaftung.

Biohof Menzl

Hölkering, Bayern

Steckbrief

– Bio-Betrieb im Nebenerwerb

– Innovative Agroforstanlage

– Alte Obstsorten und Sonderkulturen

– Eigene Verarbeitung

– Hofladen

Wie ein experimentierfreudiger Landwirt in Bayern Acker- und Streuobstkultur auf einer Agroforstanlage verbindet. 

Das Zusammenfinden der Obstraupe mit der innovativen Agroforstanlage von Martin Menzl kann wirklich als Treffen der Sonderlinge beschrieben werden. Der gelernte Elektriker führt im Nebenerwerb eine Bio-Landwirtschaft samt angeschlossenem Hofladen in der Nähe von Regensburg in Bayern. Auf einer noch jungen, zirka 3.5 ha großen Anlage kombiniert der findige Landwirt Obstbäume alter Sorten, in Reihen gepflanzt, mit dem Anbau von Acker-, bzw. Sonderkulturen, die er jeweils zwischen den Baumreihen kultiviert. Mit dieser bis dato wenig verbreiteten Anbaumethode, die jedoch viele Vorteile aufweist, reagiert der Nebenerwerbsbauer auf eine zunehmend schwierige Situation – auch im Bio-Bereich – Ackerfrüchte in kleineren Mengen wirtschaftlich sinnvoll absetzen zu können. Er setzt diesem Trend bewusst eine Vielfalt von Produkten, sowohl von Obstbäumen (Tafelobst, Säfte) als auch von Sonderkulturen (z.B. bunte Erdäpfel) entgegen. Rund 30 verschiedene Obstsorten, sowie alte Sorten von Erdäpfeln und andere Sonderkulturen beherbergt die Anlage. Mindestens 10 Jahre soll dieses Kombinationssystem Bestand haben, bis die Obstbäume eine entsprechende Größe haben und einzig auf der Anlage verbleiben. Neben der hohen Ertragsfähigkeit, die solche Agroforstsysteme besitzen, macht der Besitzer besonders auf die positiven natürlichen Wechselwirkungen zwischen Obstbäumen und Ackerfrüchten aufmerksam, die sich bspw. im Falle von Schädlingsbefall durch Kartoffelkäfer deutlich zeigen.

Wie bringt man die Masse an Früchten vom Acker weg,

ohne dass man sich dauern runterbücken muss?

Soweit so gut. Die Ernte der Früchte erfordert jedoch eine flexible Erntemöglichkeit zwischen den Ackerkulturen, bei der gleichzeitig schonend große Mengen an Obst aufgelesen werden sollen – und genau hier kommt die Obstraupe ins Spiel – die den Bauern durch die einfache und robuste Technik fasziniert hat. Die Ausgangsfrage für Martin Menzl lautete: „Wie bringt man die Masse an Früchten vom Acker weg, ohne dass man sich dauern runterbücken muss?“. Mit größeren Maschinen hätte der Landwirt auf seiner Anlage ohnehin Schwierigkeiten gehabt, da auf den schmalen Streifen mit Obstbäumen eine hohe Wendigkeit gefragt ist. In diesem Jahr konnte er das Gerät zwar erst sehr bedingt einsetzen, da die noch sehr geringen Mengen Obst der Anlage am Boden rasch verfaulten und der überwiegende Teil letztlich mehrheitlich gepflückt wurde. Trotzdem zeigt er sich von der Technik überzeugt und ist zuversichtlich, dass die Obstraupe auf seiner Anlage in den kommenden Jahren gute Dienste leisten wird. Die Ernte selbst plant der innovative Landwirt mit vielen kleinen Kisten in der Größe der Obstraupen–Sammelbehälter zu bewerkstelligen. Für 2018 hat er sich vorsichtshalber bereits 25 Kisten angeschafft, die aus seiner Sicht den Vorteil haben, dass das Obst darin sauber liegt und er so einen guten Überblick behält. Sobald die Bäume ein entsprechendes Ertragspotential haben, plant er sein Kontingent auf ca. 100 Kisten aufzustocken. Für zukünftige Verbesserungen an der Obstraupe schlägt Martin Menzl daher die Möglichkeit vor, zusätzlich mehrere leere Sammelbehälter mit dem Gerät mitführen zu können. Dies könnte zusätzliche Wege einsparen und den Arbeitsablauf weiter verbessern.

Wenn die Bäume im Vollertrag stehen, sollen sie für ca. 50% des Einkommens des Bio-Hofes verantwortlich sein.

Im Moment befindet sich die Agroforstanlage in Hölkering noch im Wachstum und Aufbau. Irgendwann, wenn die Bäume allerdings im Vollertrag stehen, sollen sie für ca. 50% des Einkommens des Bio-Hofes verantwortlich sein und so einen substantiellen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Hofes leisten, so Menzl. Ein Teil des Obstes wird dabei als Tafelware gepflückt und über den eigenen Hofladen sowie weitere Bio-Läden vertrieben werden, während der Rest als Saftware verarbeitet wird. Bei der Ernte von größeren Mengen werden dann Partner gesucht, die im Stande sind größere Mengen Bio-Streuobst für die Verarbeitung abzunehmen.

Mit dem Pflanzen von alten Obstsorten, unterstützt durch den Landschaftspflegeverband, trägt die Anlage zum Erhalt wertvoller genetischer Ressourcen sowie zum Naturschutz bei. Zudem bieten die Früchte in roher und verarbeiteter Form den Kunden des Bio-Hofes ein besonderes Erlebnis durch Geschmack und Aussehen des vielgestaltigen Obstes. Bei der Auswahl der Sorten, welche auf Sämlingsunterlagen gepflanzt wurden, achtete der Landwirt vorwiegend auf die Standortangepasstheit der jeweiligen Sorte. Sitzstangen für Greifvögel und Steinhaufen für zusätzliche „Landräuber“ unterstützen den Bio-Bauern bei einer natürlichen Wühlmausregulierung in der Anlage. „Greifvögel sind eigentlich immer da“, zeigt sich Menzl von der Wirksamkeit der Sitzstangen überzeugt. 

Nach der Besichtigung der Anlage machen wir noch einen kurzen Abstecher und sehen uns den Hofladen und den Verarbeitungsraum an, in dem die Früchte von der Presse über eine Pasteurisieranlage bis hin zu Abfüllung in „Bag-In-Box“ auf kleinem Raum professionell verarbeitet werden.

Das Konzept der Agroforstanlage von Martin Menzl hat uns am Ende dieses Tages auf ganzer Linie überzeugt. Wir verabschieden uns von dem innovativen Landwirt und freuen uns über viele neue Ideen, die wir von diesem Besuch mit nach Hause nehmen.

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